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05.12.2026 | Dienststelle Ortsverband Aurich

Sicherheit gemeinsam gestalten: Der Austausch geht weiter

IHK für Ostfriesland und Papenburg lädt Organisationen und Institutionen mit Sicherheitsauftrag ein - Johanniter mit dabei

Eine Gruppe Menschen, viele davon in Uniform, haben sich auf einer Treppe arrangiert.
Die Teilnehmenden des Vernetzungstreffens bei der IHK für Ostfriesland und Papenburg.

Wie können Unternehmen besser auf Krisenlagen vorbereitet werden? Welche Rolle spielt die Wirtschaft im Ernstfall? Und wie können Sicherheitsakteure über Organisations- und Zuständigkeitsgrenzen hinweg zusammenarbeiten? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Austauschs „Sicherheit gemeinsam gestalten“ bei der IHK für Ostfriesland und Papenburg.

Vertreterinnen und Vertreter aus Katastrophenschutz, Polizei, Bundeswehr, Feuerwehr, THW, Hilfsorganisationen und Handwerkskammer kamen bei der IHK in Emden zusammen. Ziel des Abends war es, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen und insbesondere die Schnittstelle zwischen Sicherheitsakteuren und regionaler Wirtschaft stärker in den Blick zu nehmen. Mit dabei waren auch eine Delegation der Johanniter-Unfall-Hilfe. Torsten Dallmeyer und Stefan Greiber als Stab außergewöhnlicher Ereignisse (SAE) des Regionalverbandes Weser-Ems brachten die übergreifenden Blick mit, Dienststellenleiterin Helene Frieden sowie Michael Schumann und Thomas Kappenhagen (Fachbereich Einsatzdienst) vom Ortsverband Aurich vertraten die lokalen Anforderungen. Diana Borchelt (OV Wiesmoor) hatte sich zuvor mit Dallmeyer und Greiber abgestimmt, damit die Johanniter im Gespräch einheitliche Positionen vertreten.

Eine Vorab-Befragung unter den Teilnehmenden zeigte, dass Zusammenarbeit und gemeinsame Übungen in der Region bereits vielerorts fest etabliert sind. Gleichzeitig werden Unternehmen bislang überwiegend anlassbezogen in entsprechende Strukturen eingebunden.

Persönlicher Austausch soll fortgesetzt werden

In der Diskussion zeigte sich, wie wichtig neben bestehenden Strukturen auch persönliche Kontakte sind. „Vor der Krise Köpfe kennen“ – dieser Gedanke zog sich dabei immer wieder durch den Austausch. Zu wissen, wer im Ernstfall Ansprechpartner ist, welche Aufgaben die einzelnen Organisationen übernehmen und welche Fähigkeiten vorhanden sind, kann die Zusammenarbeit erleichtern.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sprachen sich deshalb dafür aus, den organisationsübergreifenden Austausch regelmäßig fortzuführen. Die IHK wird diesen Impuls aufnehmen und das Format künftig weiterführen.

Auch die Rolle der Wirtschaft in Krisenlagen war Thema des Abends. Unternehmen verfügen über Ressourcen, Dienstleistungen und Fähigkeiten, die im Ernstfall von Bedeutung sein können. Entscheidend ist dabei auch die Frage, wie dieses Wissen verfügbar gemacht und im Bedarfsfall die richtigen Akteure schnell zusammengebracht werden können.

Unternehmen auf Krisen vorbereiten

Ein weiterer Schwerpunkt des Austauschs war die Krisenvorsorge in den Unternehmen selbst. Betriebe sollten ihre kritischen Abläufe und Abhängigkeiten kennen und sich frühzeitig damit beschäftigen, wie sie ihre Handlungsfähigkeit auch in einer Krisenlage möglichst lange erhalten können.

Diesen Gedanken griffen IHK und Handwerkskammer am 1. Dezember mit einer eigenen Veranstaltung zur Krisenvorsorge für Unternehmen auf. Ziel war es, Betriebe für mögliche Krisenlagen zu sensibilisieren und konkrete Ansätze für die betriebliche Vorsorge aufzuzeigen.

Eine wichtige Verbindung zwischen Wirtschaft und Sicherheitsorganisationen ist außerdem das Ehrenamt. Viele Einsatzkräfte bei Feuerwehr, THW und Hilfsorganisationen sind gleichzeitig Beschäftigte regionaler Unternehmen. Im Austausch ging es daher auch um die Frage, wie Arbeitgeber dieses Engagement unterstützen und welche Bedeutung Freistellungen für Einsätze und Übungen haben.

Der Auftakt hat zahlreiche Themen sichtbar gemacht – und längst nicht alle Fragen konnten an einem Abend beantwortet werden. Umso wichtiger ist das gemeinsame Ergebnis: Der Dialog soll weitergehen.

Text: Karina Schön und Stefan Greiber/Foto: Melina Hansing